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Von Taschenfeiteln und Torpedobooten
Kunsthandwerker und Modellbauer Wolfgang Schwaiger |
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Aus - Hallo - das Hallein Magazin, Juli 2006 - von Alois Frauenhuber
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Jahrgang 1943 die alte Garde, so sieht er sich. Er macht Dinge aus Holz die sonst nicht mehr zu sehen sind. Das ist seine Ambition. Dass die Leute wieder mehr zurückschauen und interessant finden, wie man was macht. Dass die Leute wieder Gefallen finden an den althergebrachten Gebrauchsgegenständen aus Holz, Messergriffen, Taschenfeitel, bäuerlichem Hausrat, Kunsthandwerk, verschiedene Kunstgegenstände bis zu den originellsten Dingen. Und natürlich Kinderspielzeug. Kinder sollten am bester halbfertiges Spielzeug bekommen, meint Schwaiger, das mache sie kreativ. Oder seine Torpedoboote, mit denen Kinder beim Aufblasen des Antrieb-Luftballons etwas für ihre Lunge tun können. Holzspielzeug aus Hallein Hallein war schon zu früheren Zeiten die Hochburg für traditionelles Holzspielzeug. Kraxnträger brachten unsere Herstellungstechniken in das Erzgebirge im heutigen Tschechien. Die Erzbarone, die gerne im Berchtesgadenerland urlaubten, exportierten die Erzeugnisse aus dieser frühen Technologiepiraterie wieder zu uns zurück. Wolfgang Schwaiger verwendet in erster Linie heimische Hölzer. Zirbe, Fichte, Esche, Kirsche, Birne, Apfel und die Eibe. Für Ohranhänger und Ketten am liebsten den weißer Flieder. Seit seiner frühen Jugend beschäftigt er sich leidenschaftlich mit der Herstellung von Pfeil und Bogen, Messern, und dem Mai- oder Kukukspfeifferln. Auf den Halleiner Griesrechen-Sandbanken an der Salzach, nahe der alten Moldan-Villa, da fand sich nach den jährlichen Salzachüberschwemmungen das schönste Schwemmgut, die schönsten Wurzeln, aus denen die interessantesten Dinge zu machen waren. Dabei wurde schon mal die eine oder andere Liane im Halleiner "Urwald" geraucht. Vom Zuschauen wie mans macht Wenn ich etwas nicht kapiere wie das geht, und wie es zu machen währe, dann interessiert es mich besonders, sagt er. Keine Wurzel die er findet, in der er nicht die herausragenden Möglichkeiten erkennt. "Die Leute konnten sich oft gar nicht vorstellen, wie aus einem Holzstück ein Edelweiß, ein Kreisel, oder ein Goggl entsteht." Oder auch einfach wie die Spanschnitzerei funktioniert. Schwaiger wollte schon immer die alten Handwerke pflegen. Auf Kunsthandwerkermärkte zog er schon mal mit einer Feldschmiede und Steinkohle, um alte Beschläge neu zu gestalten. Und mit Sensenblättern aus Steyr, Reste die bei der Erzeugung von Sensen anfallen, um damit seine berühmten Feiteln zu fertigen, und diese Tradition weiter am Leben zu erhalten Der Vater von Wolfgang Schwaiger stammt aus dem Salzkammergut. Ein Krippenliebhaber. Die Schwaigers haben daher noch immer die Familiengrippe aus 1860 in ihrer Obhut. Mit den Gesamtmaßen, sechs Meter mal einmeterachtzig, zeigt sie allein auf drei Meter Länge, den Umzug der Heiligen Drei Könige. Auch die Flucht nach Ägypten, die Tempel, die Szenen der Beschneidung und viele andere religiöse Szenen. Jedes Jahr wird die Krippe liebevoll erneuert. Die Fachschule für Maschinenbau in Hallein und eine elektrotechnische Ausbildung in Salzburg wurden die Grundlage für den beruflichen Werdegang des Halleiners. Das erste Praktikum folgte bei den Ebenseer Solvaywerken. Dort war er für Armaturen- und technische Messgeräte zuständig. Dabei holte er sich eine verheerende Ammoniak- und Chlorgasvergiftung, und musste diesen Job aufgeben. Aber da kam von Emco in Hallein die Chance, als Fachmann in Werbung und Marketing, sowie als Ausbilder für Werkerziehung, europaweit und für die USA. Ab den 80-er Jahren ging es bereits um eine Generation von PC-gesteuerten Maschinen für den Modellbau und die Holzbearbeitung. Zuletzt betreute er Metabo. Dabei war Wolfgang Schwaiger 1980 nach einer Speiseröhrenoperation schon so gut wie klinisch tot. Hatte Blutkonserven mit den aggressiven Hepatitis C Virus bekommen. Und alles, weil sich im frühen Kindesalter Natronlauge in die Speiseröhre fraß. Zuletzt hatte er nur mehr 35 Kilo, Gattin Margot stand immer fest zu ihm, setzte sich in den Zug nach Wien um an seiner Seite mit den Ärzten erfolgreich um sein Leben zu kämpfen. Noch heute ist er dankbar, dass ihn damals die Halleiner Rettung heim und wieder nach Wien brachte um seinen neugeborenen Sohn noch zu sehen. Es kann auch schön sein, mit dem richtigen Partner älter zu werden, schwärmt er noch heute für Gattin Margot. Die Ehe hat vier Söhne, alle hochgebildet, Computersoftwareentwickler, Hoch- u Tiefbauingenieur, Wirtschaftsinformatiker, Pedak-Lehrer. |
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