Im historischen Ambiente des "Dechlgut" im Gollinger Ortsteil Obergäu lebt, wohnt und arbeitet Viktor Faric. Er werkt als Künstler in verschiedensten Bereichen. „Er künstelt immer“, erzählt Gattin Ilse Maria Faric voll Bewunderung. Faric schreibt, zeichnet, malt, schnitzt und bearbeitet vor allen Dingen mit großer Leidenschaft Glas. Das Material fasziniert ihn. Und wie es vor 40 Millionen Jahren durch Vulkane aus der Erde quoll. Bei glühender Hitze und extremen Druck und darauf folgender rascher Abkühlung dieser Lava entstand das schwarze, grüne, und mit Rottönen durchdrungene Rohmaterial „Obsidian“. Vom reinen Weißglas weiß man jedoch nicht so recht wann und wo erstmals das mit Quarz, Pottasche und Kalk hergestellte, begehrte „Kulturgut“ der Menschheit geschaffen wurde. Glasperlen zählen schon seit alters her zu den wichtigsten Grundlagen für Schmuck. Die ältesten Funde sind bis zu 40.000 Jahre alt. Glasperlen findet man in allen Kulturen der Welt. An Kronen, Kopf- und Halsschmuck, an Kleidung, Taschen, an Möbeln und Gräbern. Glasperlen sind heute wichtige Grundlage für Modeschmuck.
Es war ein langer Weg, den Viktor Faric in das Dechlgut führte. Er verbrachte seine Jugend zu Hause in Graz, lernte die Zuckerbäckerei und Konditorei, montierte jahrelang erst Fahrräder, dann Klimaanlagen, bis er seinen eigenen Weg gehen konnte. Erst in Salzburg, und dann in Golling, im entdeckten Dechlgut. Ob das nicht großartig zusammen passt?
Jetzt sitzt Faric mit einem rostfreien Stahlstab vor dem Bunsenbrenner, und zieht seine prächtigen Glasperlen. Die verschieden farbigen Glasstäbe werden am Bunsenbrenner geschmolzen, träufeln dabei auf den sich drehenden Stahlstab und formen sich daran zur „Perle“. Der Stab ist mit einem Trennmittel schamottiert, so kann sich die Glasperle nach dem Abkühlen daraus lösen. Der Perlenkanal wird gereinigt und mit einem Diamantschleifer zum Auffädeln vollendet.