„Unsere Orgel hat ausgedient, auch wenn sie erst 1963 eingebaut wurde!“ sagt der Halleiner Dechant und Stadtpfarrer Hans Schreilechner.

Die Zustand der aus dem Jahr 1963 stammenden Orgel der Halleiner Stadtpfarrkirche habe sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert (Bild links). Bereits im Jahr 2007 wurde ein Verein mit dem Ziel zur Finanzierung einer neuen Orgel gegründet. Der Verein „Initiative Halleiner Stille Nacht-Orgel” will das bis zum Jahr 2013 schaffen“.
Friedl Bahner, Leiter des Kulturforums Hallein: „Wir wollen die Stadtpfarrkirche mit dem nötigen Respekt noch mehr als Konzertraum nützen, der Wunsch auch mancher Kulturträger in unserer Stadt!“ Bahner verschweigt nicht, dass er besonders stolz darauf ist, dass er Placido Domingo für das Projekt gewinnen konnte: „Wenn Placido Domingo einsteigt, dürfen wir wohl auch auf den Einstieg Vieler hoffen?“

Die Mitglieder der Initiative „Halleiner Stille Nacht-Orgel“: „Wir wissen, dass das riesige Vorhaben einer neuen Orgel um ca. 500.000 Euro viel Einsatz, viel Wohlwollen und viel Begeisterung braucht!“ Im Bild v.r. Vereinsvorstand Mag. Michael Neureiter, Präsident der Stille-Nacht-Gesellschaft, Gerhard Renz, Schriftführer Friedl Bahner, Stadtpfarrer Hans Schreilechner und Odo Stierschneider.
Nun hat sich zur Initiative „Halleiner Stille Nacht-Orgel“ ein ganz prominenter Name gesellt: Placido Domingo konnte für das Projekt gewonnen werden. Der internationale Opern-Star will nicht nur mit seinem Namen, sondern persönlich mit einer Spende von 10.000 Euro für das Projekt beitragen. „Wir wünschen uns in der oberen Altstadt von Hallein eine Orgel, die für den Gottesdienst wie für das Konzert geeignet ist! Das neue Instrument soll ‚Liturgie plus‘ leisten: Zusätzlich zur kirchlichen Nutzung soll sie viel mehr auch für das Konzert eingesetzt werden, für die Begleitung anderer Instrumente... Vielleicht kann sie auch behutsam zur Mediation der Menschen beitragen, die unsere Kirche untertags besuchen“, betonte Dechant und Stadtpfarrer Hans Schreilechner.
Die neue Orgel wird das alte Gehäuse aus 1704 nutzen, das der Halleiner Tischler Jacob Daigl für 80 Gulden gebaut hat, erklärt Michael Neureiter, Obmann der Halleiner Orgel-Initiative: „Die neue Orgel soll im alten kostbaren Kasten Platz finden, der schon kurz nach dem Tod Franz Xaver Grubers 1863 von Matthäus Mauracher genutzt wurde, der 1865 eine neue Orgel einbaute. Der Platz auf der Orgelempore soll bleiben, das neue Instrument wird allerdings in neuer Weise strahlen, in neuer Vielfalt klingen, mit neuer Klangfülle begeistern!“
Der gelernte Organist und Musiklehrer Markus Stepanek kennt die Orgeln in der Umgebung und ist weitum gefragter Interpret. Stepanek wurde von der Initiative als „ihr Orgelfachmann“ gewonnen, und sorgt für die fachlichen Fundamente des neuen Halleiner Instruments: „Die neue ‚Halleiner Stille Nacht-Orgel‘ braucht etwa 35 Register und soll mit ihrer Klangkraft den großen Raum der Hallenkirche erfüllen. Sie soll für die barocke Literatur Johann Sebastian Bachs ebenso bereit sein wie für die romantischen Werke aus dem 19. Jahrhundert aus der Zeit, in der Franz Xaver Gruber von 1835 bis zu seinem Tod 1863 hier als Organist und Chorleiter wirkte!“
Stepanek und der Initiative geht es um Flexibilität in der kirchenmusikalischen Praxis ebenso wie um eine große Freiheit für die Darstellung der Orgelliteratur bei Konzerten und anderen Veranstaltungen. Die Stadtpfarrkirche soll damit künftig Schatzhaus und Rasthaus, Gotteshaus und auch Konzerthaus sein natürlich unter Wahrung des erforderlichen Respekts für den Sakralraum!